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Montag, 6. Februar 2012

Licht und Schatten

Manchmal ist es doch echt eigenartig, wie schnell manche Leute wieder in den Alltag finden und andere Verrückt neben sich stehen. Verrückt?! Ja, nicht mehr in der Mitte..nicht Mitten in sich ruhend..auf die Seite gerückt!
Ich habe gehört, dass einige Menschen bewusst neben sich stehen, damit das was sie fühlen nicht ganz so kalt ist. Oder aber weil der Alltag und das Leben von uns erwartet das wir funktionieren.
Andere wiederum finden garnicht mehr ins Leben zurück.

Jedes Mal wenn der Tod in meiner nähe ist, denke ich wieder ins Jahr 2003 zurück. Ich fühle wie sehr ich dort neben stand, weil einige Erinnerungen einfach fort sind.
Gestern schrieb ich in eine Trauerkarte 
*die Erinnerungen sollen dich Wärmend begleiten*
Ich stolperte  über die Worte *alles braucht Zeit*
Irgendwie sagte da etwas in mir drin, dass ich diese Zeilen gehört habe...und mir wurde klar, dass ich sie auf der Beerdigung meiner Mutter gehört habe.
Aber ich erinnere mich nicht daran. Ich erinnere mich nicht daran, wie ich dort in der Kapelle saß. Die schmerzhafte Erinnerung ist einfach ver-rückt!

In der Schule haben wir viel und intensiv über das Thema trauer gesprochen. Wir sollten einen Weg finden, wie wir andere Menschen in einer Trauerphase auffangen und begleiten können. Aber wie begleitet man sich selbst?

Alle Erinnerungen an meine Mutter leben immer wieder auf. Sie blühen auf....selbst durch die eisige Kälte von Draußen dringt die wärme zu mir durch! Aber viele von ihnen sind neben mir und ich kann sie nicht  mehr sehen. Aber fühle ich tief ich mich hinein, höre ich sogar den Klang ihres Kicherns...oder sehe wie sie sich Morgens ein Brot mit Quark und Marmelade schmiert und mit einer Tasse Kaffee am Tisch sitzt und Zeitung ließt. 
Und ich sehe auch, wie wir früher gemeinsam mit Nell (eigentlich ihrem Hund) spazieren gegangen sind. Wie oft wir gelacht haben...gemeckert haben....und wie oft wir einfach nichts sagten sondern einfach nur nebeneinander liefen und jeder war für sich in Gedanken.
Ich liebte es, wenn sie versuchte ein Geheimnis vor mir zu verbergen. Ich habe alles versucht, fast lacheend darum gebeten, dass sie es sagen soll. Aber sie sprach dann manche male mit meiner Schwester Geheimsprache. Früher wäre ich fast vor Wut unter die Decke gesprungen...heute lache ich...ja ich sitze gerade hier und haben ein lächeln im Gesicht. Trotzdem, schon damals liebte ich es ja. All diese Lebendigkeit zwischen uns. 

Der Tod und seine zwei Seiten. Die wunderbare helle...
doch leider wird sie sehr schnell von der Schattenseite geblendet. Erinnerungen die mich in der Kälte wärmen, weil ich immer wieder neu begreife, dass meine Mama nicht mehr da ist. Wir heute nicht mehr gemeinsam lachen...aber trotzdem sind wir miteinander lebendig. Die Worte *ich lebe in Euch weiter* nimmt wirklich Form an, weil sie wirklich in mir weiterlebt. 

Freitag besuche ich sie...eigentlich besuche ich sie immer und immer wieder...aber am Freitag werde ich nach Wuppertal fahren und ihr Grab besuchen. Ich bin mir sicher, dass sie meinen Paul schon kennt....und wenn ich sie richtig verstehe, würde sie mir sagen, dass so ein kleiner Mensch nichts auf einem kalten Friedhof zu suchen hat. 

Aber der Tod, ja er läßt sich verdrängen....mehr aber auch nicht!!!

Licht und Liebe
Lia










 



2 Kommentare:

  1. Ich hab es gelesen, ich kann nichts dazu schreiben, weil Du schon alles gesagt hast.
    Aber weisst Du was? Ich denke schon dass es richtig ist Deinen Paul mit auf dem Friedhof zu nehmen. Meine Jüngsten waren auch von Anfang an immer mit dort. Es ist für die beiden selbstverständlich, dass wir zum Grab gehen wenn ich in meiner Heimat bin.
    Dass sie Paul schon kennt, das denk ich auch. Denn sie sind ja nicht weg unsere Mütter, nur in einer anderen Welt.
    Pass gut auf wenn Ihr so weit fahrt bei diesem Wetter (das war jetzt so ein Mama-Satz von mir zu Dir!)
    liebe Grüsse
    Elisabeth

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  2. Du bist einfach die beste..ich hab dich oft vermisst<3

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