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Mittwoch, 29. Februar 2012

Tee

So schreibt eben jeder seine eigene Geschichte...manchmal glaube ich, dass man sich immer nur ein wenig von sich selbst entfernt. Ja ich bin mir sicher, es ist in meinem Fall auch ganz gut. Ich reflektiere mich selbst und schaue ob ich das lebe, was ich leben will.
Dieser Blog hier, ist nicht anders...Wir treffen Menschen und sie begleiten uns...so werden einige meinen Blog gelesen haben und andere lesen ihn schon nicht mehr. 
Ich werde keinen neuen Blog eröffnen?! Wozu? Warum sollte ich dies tun?
Wir gehen immer wieder neue Wege und entweder man begleitet mich auf diesem Weg oder man lässt es bleiben.
Entscheidet also selbst...


Lass uns einfach einen Tee trinken.
In der kalten Jahreszeit trinke ich sehr gern warmen Tee. Kuschel mich gern dazu unter eine warme Decke und starre Löcher in die Luft, während ich gegen den Wasserdampf puste.


Wenn jeder seine eigene Geschichte schreibt, dann würde ich behaupten, dass ich schon mindestens ein halbes Buch gefüllt bekommen würde. Ich denke an eine Zeit zurück in der ich von diesem Leben hier nur träumen durfte. 
Da habe ich mich versteckt aus der Angst heraus, dass es immer Menschen gibt die einen ja nicht mögen. Ja früher habe ich mich angepasst und habe immerzu gelächelt und meine Meinung runter geschluckt. Komischer weise, hatte ich damals mehr Freunde...wobei ich heute bezweifle, dass sie FREUNDE waren?! ich war da und habe meinen Mund gehalten.
Dabei ist es doch total wichtig....also ich meine, dass was wir nicht aussprechen und denken....unsere Gedanken.
Früher nannten mich einige Krank. Ja ich bin es vielleicht auch..., ab wann ist man krank?!
Wenn man plötzlich nicht mehr in das kleine Förmchen passt? 
Wie hätte mein zweiter Blog denn ausgesehen?
Vielleicht eine andere Art von Tagebuch?
Eine Selbstunterhaltung?


Nun sagte ich meiner Freundin, dass Gott sicherlich nicht immer gerecht ist. Vielleicht trifft er auch manchmal unüberlegt Entscheidungen? Voreilig?!
Ich bin in diesem Sinne ja alles andere als Gott Gläubig....aber ich lasse anderen ihren Glauben, denn man braucht einen....brauchen?! Nein ich denke, es lebt sich einfacher wenn man an etwas glauben kann.
Als Kind glaubte ich, die Welt sei Rosa...behütet und beschützt und nie würde ein Mensch sterben und von mir gehen. Ich glaubte auch, dass ich immer klein bleiben kann. Ich wollte einen Bauern heiraten, der sollte eine Maggie Fabrik haben und überhaupt, alles was auf meiner Seite der Fensterscheibe war...gehörte mir! Ich glaubte, dass es nie Krieg geben würde und wenn ich einen Zahn verliere, dass die Zahnfee kommt. Ich glaubte, dass der Hewelmann wirklich mit seinem Bett davon geflogen ist und Nils Holgerson wirklich zu einem Zwerg gezaubert wurde, weil er Tiere geärgert hat.




Aber niemand ist her gekommen und hat mir meinen Glauben zerstört. Ich mochte meine kleine Welt..und sie wurde immer größer und größer...
Ich traf auf Menschen und auf ihre Schicksale...und als Teenie wurde mir bewusst..so Rosa ist die Welt nicht. Und ich wollte sie mir auch nicht mehr bunt malen...ich ließ sie wie sie war und versuchte nur hier und da etwas zu verändern....geschafft habe ich es nie wirklich...aber immerhin habe ich es versucht..


ja ich würde fast sagen, ich bin depressiv...aber wie heißt es in einem Lied..?
Nur die richtig Depressiven Menschen sind wach genug und verstehen es zu leben? Ja nun ließe sich drüber streiten...


diesmal sagt mein Blog nicht wirklich etwas aus oder?


Lia



Dienstag, 28. Februar 2012

Sonnenstrahl

Irgendwie habe ich darüber nachgedacht einen neuen Blog zu schreiben. Dieser hier, passt er noch zu mir? Ich meine vor einiger Zeit konnte ich viel über meine Arbeit berichten und dies habe ich auch gerne getan. Aber zur Zeit mache ich irgendwie eine Phase durch....ach ich weiß auch nicht!!!
Ich finde ja immer, alles verändert und erneuert sich stetig...warum nicht also auch mein Blog?!
Warum nicht einfach?
Ja, weil ich selbst darüber nachdenke....was sich da in mir verändert! Es fühlt sich so eigen an...geht es etwa wieder etwas in die Talfahrt? Berg ab???

Nun ist in meinem Bekanntenkreis ein Kind verstorben. Also von meiner Freundin das Patenkind.Ich glaube zu mindestens das es ihr Patenkind ist....
Der Junge ist gerade mal 7 Jahre alt geworden. Das hat mich sehr nachdenklich gestimmt. Schwere Krankheit. Man keinen Spender gefunden:( 
Meine Freundin fragte mich, ob Gott immer wüsste was er da tut?!
Ich wusste nicht was ich darauf antworten kann...Gott?!
Also sagte ich * beschimpfe und beleidige Gott, er wird es Dir verzeihen*
Ein Kind? das soviel Hoffnung hatte, immer gekämpft hat, wie mir meine Freundin erzählte und dann dies. 
Da wird mir mit einen Schlag die Realität wieder bewusster...das Leben ist so sterblich, man selbst ist es...

Sucht sich einen Sonnenstrahl und denkt nach

Lia


Montag, 20. Februar 2012

Klaus, der Nachbar

Ich mag es immer noch für mich Menschen zu analysieren.
Bei meinem Nachbar Klaus besonders, denn er erinnerte mich daran als er neulich in meiner Türe stand und sich über den dreck und Schmutz im Treppenhaus aufregte.
Er schien ziemlich verunsichert zu sein und man spürte, dass er wirklich allen Mut zusammen genommen hatte um seinen Finger auf meine Klingel zu drücken um folgende Worte zu ausdruck zu bringen : Wissen sie eigentlich dass sie putzen sollen wenn ihr Name auf dem Kalender steht?
Ich überlegte kurz und sagte *ja*
Sein Gesicht verzog sich von Kampflust zur erschrockenheit. Vllt hatte er mit dieser einfachen Antwort nicht gerechnet. "Warum machen sie es dann nicht?"
Nun was sagt man dazu? Ich schaute an mir herunter und dachte mir, dieser Klaus sollte doch eigentlich im Erdboden versinken, denn ich stand mit Zubbelhaaren und Bademantel in meiner Türe.
 ER sollte sich schämen, bei mir zu klingeln um mir solch eine Frage zu stellen (hihi)
Mitten im Satz drehte er sich plötzlich um und schimpfte etwas von wegen "Der Hausmeister, die über ihm..alle meckern, aber er sage besser nichts mehr" Und schwupp schwupp, verschwand er wieder im Treppenhaus und ich hörte seine Türe *patsch*

Ich schaute immer noch die weiße Wand im Treppenhaus an und dann an mir herunter....
SOOOO NICHT!!!! 
Joggingshose an, Gummilatschen, Strickjacke und runter.
Seine blauen matten Augen, seine verrutschte Perücke wollten mich zunächst lachen lassen. Aber ich beherrschte mich. (ob die Perücke  in seinem Zorn verruscht ist?)
"So Lieber Herr" ich schaute schnell auf das Klingelschild. "jetzt noch mal von vorne, was möchten sie denn bitte von mir?" Ich sagte ihm noch, dass wenn sich in Zukunft die Leute bei ihm beschweren, möge er sie doch bitte zu mir schicken und das er mir gegenüber keine blöden Anspielungen von wegen hat und hätte...machen braucht.
Und er? Er stand während des Gespräches lächelnd vor mir. Aber seine Augen....die sahen sehr sehr kalt aus. Sie wirkten so, als schlucke er seine ganze Wut herrunter. Lachen und Lächeln....
Als mir *Zufällig* etwas aus der Hand fiehl, warf er sich mir gleich zu Füßen um es aufzuheben.

Er wedelte mit dem Armen und zeigte hier und zeigte dort. Immer wieder versuchte er in momenten in denen ich mich abwendete seine Haare zurecht zu rücken, ich saß dies im Augenspiegel.

Nun mein Nachbar...ich muss sagen, dass er irgendwie der Inspektor der Straße ist.
Komischer Weise, sehe ich ihn immer am Fenster wenn ich das Haus verlasse oder betrete. Oftmals steht er aber auch in der Eingangstüre. Manchmal verschwindet er dann ganz schnell wenn er mich sieht. Schwups und weg isser. 
Neuerdings bleibt er stehen und es scheint so als wartet ab, was ich tun werde.
FREUNDLICH BEGRÜSSSE ICH IHN, denn inzwischen führe ich ihn vor und nicht er mich.
Wenn meine Kinder klingeln und Matsch beschmiert von Draußen kommen und ihre ebenfalls dreckigen Rädchen in den Keller bringen, geht unten seine Türe auf.
Zack Peng stehe ich wie eine Furie plötzlich neben ihm und frage ganz freundlich " was ist denn hier los" Ich hasse es eh, wenn einige Menschen glauben sie können an meinen Kinder herum erziehen.
Klaus...wir werden noch sehr viel Spaß miteinander haben.

Lia


Donnerstag, 16. Februar 2012

Ich tanze...

"Früher habe ich mir Gedanken darüber gemacht, wie Multiple Persönlichkeiten wohl ausschauen und dann stand sie plötzlich vor mir und lachte."


Nun habe ich bereits schon einen sehr langen Text eingegeben, aber ich habe ihn gelöscht. Ich habe mich gefragt interessiert es jemanden, wenn ich etwas sehr persönliches von mir Preis gebe?! Aber nein, eigentlich richtete sich die Frage an mich selbst, mag ich mich hier nackig machen? Ich mein auf der einen Seite behaupte ich zu mir selbst zu stehen..aber...nein zu sich selbst stehen bedeutet nicht seine Seele, sein innerstes so Preis zu geben...
Doch würde ich vertrauen, würde ich meine verletzliche Seite ins Licht stellen...ich bin mir sicher, dass mich viele Menschen in meinem Leben nicht bewusst verletzen würden. Unbewusst haben sie es schon viele viele Male.
Ich bin aber nie jemanden böse drum gewesen, wenn sie mich enttäuscht haben. Ich war oft sogar froh, dass ich nicht länger mit einer Illusion befreundet war...(Natürlich denke ich erst im nachhinein so)
Wie dies klingt!!! Mit einer Illusion befreundet, aber ist es nicht so? Wenn jemand etwas vorgibt zu sein, dass er nicht ist?! Nach einer Zeit bröckelt diese Fassade und irgendwann macht man sich in Freundschaften Nackig..zeigt Gefühl und Schwäche.
Es passiert einfach, wenn man sich näher kommt.
An diesen Punkt, fühlt man auch...ob man zusammen passt oder nicht. Ob sich die Wege verschmelzen für eine lange Zeit, oder ob man sich trennt und jeder ohne den anderen weitergeht.
Viele dieser Menschen sieht man 2 Mal im Leben...einige nie wieder.
Bei jenen ist man sehr traurig, dass man sie aus den Augen verloren hat. Aus den Augen aber nicht aus dem Herzen.
Ich denke da gerade an meine damalige beste Freundin Kathrin.
Dann verschwinden plötzlich Menschen ohne das man es mitbekommt.Ich könnte nun auch niemanden spontan nennen..
hihi weil sie nicht weiter wichtig waren?!
Weil man sich vielleicht etwas gegenseitig erfüllt hat, dass nicht mehr groß von Bedeutung ist?!
Oft sieht man einen Menschen aber auch so, wie man ihn sehen will. Dann Enttäuscht man sich selbst!!!


Neulich habe ich mit einem Freund...
Stop an dieser Stelle muss ich lächeln...ist er ein Freund von mir??? 
Ich weiß es nicht...ich habe viele lange intensive Gespräche mit ihm geführt. Lustiges und unlustiges besprochen. Getanzt und gelacht...war wütend und sauer auf ihn...


In den letzten Tagen, war es mir für mich selbst wichtig mir selbst zu sagen, dass ich einfach ICH bin. Wieso nur?


Lia

























Dienstag, 14. Februar 2012

Regenbogen

Mein Herz schlägt....
Es schlägt für Menschen die ich Liebe...es schlägt für mich. 
Es schlägt, weil es mir zeigt, dass ich Lebe. 
Es schlägt, weil es mir den Weg weisen will....
Mal schlägt es schneller, mal schmerzt es..Hand aufs Herz!!
Es schlägt wenn ich traurig bin, es schlägt obwohl ich verletzt bin, es schlägt wenn ich lache und mich freue.
Es schlägt während ich mit anderen zusammen bin. Viele Menschen berühren mein Herz. Einige haben sogar eine Spur hinterlassen. Ich kann diesen Schritten nachgehen und finde Bilder oder die schmerzende Sehnsucht. 


Das Herz...es schlägt von der ersten Sekunde..noch ehe man das Licht der Welt entdeckt und es hört auf zu schlagen, wenn man es nicht mehr sehen kann. 


Heut früh erwachte mit mir, die kleine Autistin. Sie saß auf der Bettdecke und ich habe sie Umarmt.


Ich weiß noch genau wie ich meiner Therapeutin gegenüber saß. Hanna so hieß sie, sie schaute mich einfach nur an. 
Ihre Stimme durchbrach die Stille...
*was sagt dein Herz*
Die Frage, mein Herz gab sofort Antwort...Panik brach in mir aus. Noch nie hatte mir jemand diese Frage gestellt, nicht so...diese Frage richtete sich wirklich an mich?!
Aber ich antwortete nicht..ich schaute mir lieber Hannas Gesicht an.
Die warmen Augen. Die Hände zusammen gefaltet auf ihren Beinen.
Oft träumte ich mich einfach fort...aber ihre Fragen, holten mich immer wieder zurück. Ich verstand es nie wirklich. 


* was ist krank? und ab wann lebt man*
Mein Herz klopfte und ich war fast wütend das ich diese Frage laut gedacht habe.
Aber Hanna sagte, ich solle dieser Frage eine Farbe geben.
Jetzt stritt ich in meinem Kopf...Gelb oder Rot???
Orange? Nein..lieber blau und schwarz...doch lieber Pink!!! Nein Sonnengelb...achwas lieber BLUTrot...


Ich kann mich nicht entscheiden. 
Doch dann entschied mein Herz...alle Farben gemeinsam....Regenbogen...


Bei allem hin und her in meinem Leben, war mein Herz mir immer treu.
Auch wenn es oftmals schmerzend mit mir sprach und spricht. 
Diese eine Stimme...
Grün...es fehlt grün....


aber das was zählt ist Gelb





Reife, Wärme, Kraft, Erfolg, Glück
sonnig
heiter, licht
freundlich, optimistisch,

da war ich doch auf dem richtigen weg

Wünsch euch nen frischen Tag

Lia








Montag, 13. Februar 2012

Es gibt immer mehr zu sehen....

Es wird immer wieder Fragen geben auf die wir keine Antwort bekommen. Es wird immer etwas offen bleiben, immer wird etwas unausgesprochen bleiben, immer wird der Gedanke bleiben, dass man alles hätte besser oder hätte anders machen können.
Aber es ist am Ende, dass was es ist....damit bleibt man zurück, damit geht man weiter, daraus formt sich ein neues Muster, daraus resultiere ich.

Nun habe ich in den letzten Tagen wie aus dem Nichts heraus plötzlich wieder viel in meinem Blog geschrieben. Über mich, über meine Gedanken....

Neulich erzählte ich einer Bekannten, dass ich gern Gothic mag. Sie war sehr erschrocken und sagte, dass ich ja nicht so aussehen würde. Ich würde mich weder so Kleiden und dann die Tatsache, dass Gothics ja soviel mit dem Tod...und und und....
Ich lächelte und fand es fast schon amüsant, dass sie sichtlich darüber verunsichert war und scheinbar nicht mehr so recht wusste wer ihr gegenüber stand.
Aber blickte einfach zurück in eine Zeit, in der ich mich so kleidete.
Denn dort gibt es mehr zu sehen...als nur eine schwarz gekleidete Lia :)
Wenn man die Stufen nochmal hinunter schaut.

Es ist wie vor zwei Jahren in dem Kindergarten. Wie schnell wurden viele dieser Kinder in Schubladen gepresst, seitens der Erzieher?
Wo aus den plötzlich aktiven Kindern, ADHS wurde und die Autisten in den Karton XY gestopft wurden. Kaum wer in dieser Einrichtung hatte sich getraut, sich auch nur Ansatzweise intensiver mit diesen Kindern auseinanderzusetzen. Sie kamen in klein Gruppen..aussortiert aus der Großgruppe und das schimpfte sich dann Förderung? Förderungen seitens der Prakantin..die eigentlich keinen wirklichen Plan hatte.
Früher mochte ich diese Einrichtung heute bin ich froh nicht mehr dort zu  arbeiten und mir stellen sich die Nackenhaare hoch, wenn ich darübe nachdenke WO ich dann mein letztes Ausbildungsjahr beenden möchte?!
Lass mich kurz nachdenken?
Förderschule?- satt und sauber...NEIN!!!

Nun gehörte ich plötzlich in eine Randgruppe...weil sich diese eine Bekannte noch nicht wirklich mit  dem Thema auseinander gesetzt hat. Lia ein Gothic?! Was wäre dann erst gewesen, wenn ich gemeint hätte, dass ich Autistisch sein kann?!
Jeder Mensch lebt nach einem Muster...selbst jene die sich dessen nicht bewusst sind. Traurig nur, dass es für viele so selbstverständlich ist, nicht weiter als über den eignen Tellerrand zu schauen.
Dort wo es so interessant wird...dort wo man die anderen sieht und wahrnimmt. Selbst mein Blog, es ist doch nur meine Ansicht..mein Muster..meine Vorstellung. Der ein oder andere wird es teilen können oder meine Worte dazu nutzen können, sein Muster bunt zu malen?! Oder grau zu belassen....
Da gibt es mehr zu sehen....
Eine Bekannter fragte mich neulich was ich so treibe und was mein Leben so macht. Nach 2 Sätzen war für ihn klar, dass ich im Leben stehen würde.
Ich lachte und sagte * ja..nein*
Ab wann steht man denn im Leben?
Jetzt wäre es sehr interessant zu den 100 befragten Personen die dazugehörigen 100 Muster zu hören. Eines davon würde mir sicher passen...denn in den 100 Unterschiedlichen Wahrheiten, gibt es mehr zu sehen!!!

Und nun? ich passe plötzlich nicht mehr in das Muster eines Menschens...ich denke darüber nach, aber stören tut es mich nicht.
Als ich ihr schrieb, dass ich zur Beerdigung meines Opas war, meine Tante mir dort erzählte das mein Onkel im Krankenhaus läge mit Verdacht auf Herzinfakt, die Schwiegermutter meines Schwiegervaters gestorben sei, ich mit Paul im Krankenhaus war fragte sie :ist bei der Wurm drin?

Ich sagte nein.....das ist einfach nur mein Leben, man gewöhnt sich dran und lernt damit zu leben!
Ich glaube das viele meiner Freunde deshalb abstand zu mir genommen haben...denn es gibt immer mehr zu sehen....

Lia




Sonntag, 12. Februar 2012

Ich bin so

Oft es still in meinen Gedanken, obwohl ich sehr viel denke.
Manchmal fühle ich mich ein wenig Autistisch, wenn ich in meinen Gedanken versunken bin und über meine eigenen Muster nachdenke.
Es fühlt sich immer etwas eigenartig an, wenn ich meine alte Heimat besucht habe. Wenn ich bei meinen Wurzeln war. Die Beerdigung von meinem Opa brachte einen Teil der Familie zusammen. Es war sein Teil, seine Familie.
Die Pastorin sprach, dass er seinen letzten Geburtstag so gefeiert hat, wie er es mochte. Im Kreise seiner Lieben. Innerlich musste ich lächeln und fragte mich, ob er es wohl mochte dass ich er sich etwas über mich ärgern konnte an diesen Tagen?
Ich schätze ich war das Chaos für ihn.
Kam immer und überall mit Verspätung eingetrudelt oder habe mich garnicht gemeldet. Und ich habs wirklich nie böse gemeint, aber im Zusammenhang mit meinem Opa ist mir das pünktlich sein nie gelungen. Bei allem bestreben...
Nun in der Kapelle dachte ich: --> Opa sei mir nicht böse...ich bin so! Ich bin einfach so!!!
Ein Unikat....das Chaos...aber ich denke, ich darf mich Liebenswertes Chaos nennen, oder?

Die Beerdigung war sehr sehr emotional. Sie war kalt und warm zugleich.
Es ist wie mit hell und dunkel.
Die Worte der Pastorin ließen meinen Opa noch einmal innerlich lebendig werden.
Sein Warmes Bild neben seiner Urne. Er lächelte zu uns allen. Ich saß in der letzten Reihe, weil ich glaubte, weiter vorne ist nicht mein Platz. Ich saß hinten im Schatten und habe mitgefühlt, ihn angelächelt....an ihn fest gedacht, ihn innerlich umarmt.

Am Grab fragte mich jemand: warum gehst Du ganz zum Schluß?
Und ich sagte : ich war immer die letzte...schon immer! Wäre es anders, wäre ich nicht ich!!!

Ich bin so....

Samstag, 11. Februar 2012

Stolzes Herz

Irgendwie habe ich tausende Gedanken....tausende Wortfetzen in meinem Kopf. Soviele Bilder vor meinem geistlichen Auge..Gefühle und Emotionen! 

Im Stillen
Lass ich ab von Dir
Der letzte Kuss - im Geist verweht
Was Du denkst bleibst Du mir schuldig
Was ich fühle das verdanke ich Dir

(Lacrimosa)


Für heute muss ich erstmal zurecht kommen...ich muss schauen was ich fühle und denke...












Montag, 6. Februar 2012

Licht und Schatten

Manchmal ist es doch echt eigenartig, wie schnell manche Leute wieder in den Alltag finden und andere Verrückt neben sich stehen. Verrückt?! Ja, nicht mehr in der Mitte..nicht Mitten in sich ruhend..auf die Seite gerückt!
Ich habe gehört, dass einige Menschen bewusst neben sich stehen, damit das was sie fühlen nicht ganz so kalt ist. Oder aber weil der Alltag und das Leben von uns erwartet das wir funktionieren.
Andere wiederum finden garnicht mehr ins Leben zurück.

Jedes Mal wenn der Tod in meiner nähe ist, denke ich wieder ins Jahr 2003 zurück. Ich fühle wie sehr ich dort neben stand, weil einige Erinnerungen einfach fort sind.
Gestern schrieb ich in eine Trauerkarte 
*die Erinnerungen sollen dich Wärmend begleiten*
Ich stolperte  über die Worte *alles braucht Zeit*
Irgendwie sagte da etwas in mir drin, dass ich diese Zeilen gehört habe...und mir wurde klar, dass ich sie auf der Beerdigung meiner Mutter gehört habe.
Aber ich erinnere mich nicht daran. Ich erinnere mich nicht daran, wie ich dort in der Kapelle saß. Die schmerzhafte Erinnerung ist einfach ver-rückt!

In der Schule haben wir viel und intensiv über das Thema trauer gesprochen. Wir sollten einen Weg finden, wie wir andere Menschen in einer Trauerphase auffangen und begleiten können. Aber wie begleitet man sich selbst?

Alle Erinnerungen an meine Mutter leben immer wieder auf. Sie blühen auf....selbst durch die eisige Kälte von Draußen dringt die wärme zu mir durch! Aber viele von ihnen sind neben mir und ich kann sie nicht  mehr sehen. Aber fühle ich tief ich mich hinein, höre ich sogar den Klang ihres Kicherns...oder sehe wie sie sich Morgens ein Brot mit Quark und Marmelade schmiert und mit einer Tasse Kaffee am Tisch sitzt und Zeitung ließt. 
Und ich sehe auch, wie wir früher gemeinsam mit Nell (eigentlich ihrem Hund) spazieren gegangen sind. Wie oft wir gelacht haben...gemeckert haben....und wie oft wir einfach nichts sagten sondern einfach nur nebeneinander liefen und jeder war für sich in Gedanken.
Ich liebte es, wenn sie versuchte ein Geheimnis vor mir zu verbergen. Ich habe alles versucht, fast lacheend darum gebeten, dass sie es sagen soll. Aber sie sprach dann manche male mit meiner Schwester Geheimsprache. Früher wäre ich fast vor Wut unter die Decke gesprungen...heute lache ich...ja ich sitze gerade hier und haben ein lächeln im Gesicht. Trotzdem, schon damals liebte ich es ja. All diese Lebendigkeit zwischen uns. 

Der Tod und seine zwei Seiten. Die wunderbare helle...
doch leider wird sie sehr schnell von der Schattenseite geblendet. Erinnerungen die mich in der Kälte wärmen, weil ich immer wieder neu begreife, dass meine Mama nicht mehr da ist. Wir heute nicht mehr gemeinsam lachen...aber trotzdem sind wir miteinander lebendig. Die Worte *ich lebe in Euch weiter* nimmt wirklich Form an, weil sie wirklich in mir weiterlebt. 

Freitag besuche ich sie...eigentlich besuche ich sie immer und immer wieder...aber am Freitag werde ich nach Wuppertal fahren und ihr Grab besuchen. Ich bin mir sicher, dass sie meinen Paul schon kennt....und wenn ich sie richtig verstehe, würde sie mir sagen, dass so ein kleiner Mensch nichts auf einem kalten Friedhof zu suchen hat. 

Aber der Tod, ja er läßt sich verdrängen....mehr aber auch nicht!!!

Licht und Liebe
Lia










 



Sonntag, 5. Februar 2012

Tee mit Zitrone und Kandis

Ich bin in der Tat ein sehr nachdenklicher Mensch. Viele waren bislang immer der Ansicht, dass ich mir nicht immer solche Gedanken machen sollte. Sie sagen oft zu mir *alles wird Gut* Früher mochte ich diese Worte, denn sie schenkten mir halt!
Ohne meine Gedanken würde ich mich leer fühlen...so ohne Erinnerungen...
Viele sind auch der Meinung, dass ich viel zu oft wieder zurück laufe....(natürlich sagen sie...*och bist du depressiv* ich frage mich dann immer, was depressiv mit Traurigkeit zu tun hat?!

Nun ist mein Opa gestorben...eigentlich hatte ich nie wirklich ein Herzlichen Bezug zu ihm....wenn wir miteinander sprachen dann in Form von Diskussionen, Argumenten...es war immer wie eine kleine herausforderung wenn ich mit ihm einen Tee trank. Tee mit viel Zitrone. Er verstand nie, weshalb ich mir immer soviel Zitrone in meinen Tee kippe und etwas ärgerlich stand er dann oft auf mit der Betonung das er eine neue pressen müsste. Ich glaube wenn er gewusst hätte, dass ich den Zucker oft einfach als Bonbon gegessen habe....dann....ja was dann?
Ich glaube fast, er hat es oft gesehen...vielleicht...ganz vielleicht sogar, hat er vielleicht einfach nur nichts gesagt?
Er verstand auch nicht, dass wenn er mich um 18.00 Uhr einlud, dass ich immer erst um 18.05 bei ihm war...und dann habe ich auch zu *hektisch* geklingelt....ich wußte nie, wie ich anders klingeln muss...also unhektisch.... jedes mal wenn er nach dem Tee Nachrichten schaute...liebte ich es, ihn mit meinen sinnlosen Kommemtaren zu überschütten. Man bedenke meine pubertärischen Argumente....:)

Oft habe ich gesagt, dass ich nichts mehr mit ihm zu tun haben wollte, weil er gemein zu mir war oder weil ich gemein zu ihm war. Aber ich muss gestehen, dass ich ihn gerne heraus gefordert habe. Ich hatte gerne meine eigene Meinung....ich hörte gerne seine Meinung..und ich liebte es oft, wenn sie nicht zueinander passten!
Ich glaube, dass ich für ihn einfach die Lia war...
An dem Morgen, bevor ich von seinem Tod erfuhr...träumte ich von meiner Mutter. Sie saß lächeld in meinem Wohnzimmer und sagte mir, dass der Tod einfach zum Leben gehört. Ohne darauf antworten zu dürfen, riss mich mein Dad aus diesem Gefühl...
Seine Worte :Opa ist Tod: klangen im ersten Moment wie ein Dejavue....
Und als ich ihm sagte, dass ich von Mama geträumt habe, sagte er...*ja vllt hat sie ihn mit abgeholt*
Nun...
Der Tod hat zwei Seiten.....eine dunkle und eine helle...
Oft habe ich mich gefragt, für wen der Tod schmerzhafter ist? Für diejenigen die Ohne diesen Menschen weiterleben müssen? MÜSSEN!!!
Ich sehe es ja an meinem Vater! Er MUSS ohne meine Mutter leben...Ich MUSS ohne sie weiterleben, meine Geschwister MÜSSEN es auch...
Die dunkle Seite vom Tod, sie ist schmerzhaft, lässt uns oft ohnmächtig und wütend zurück.

Und die helle? Die helle Seite, lässt uns einen Menschen plötzlich aus einer anderen Perpektive heraus betrachten. Die helle Seite, schiebt die Schatten einfach beseite..oder sie erhellt diese so sehr, dass Dinge die uns geärgert haben und plötzlich einfach lächeln lassen.
All die Diskussionen mit meinem Opa....sie waren verdammt lebendig....
Er war wie er war....und ich war wie ich war....und gemeinsam waren wir einfach so wir gemeinsam waren.
Jetzt ließe sich drüber diskutieren, wer von uns die Zitrone war?!


Ja ich gebe zu, dass Opa und ich eine eigene Art hatten miteinander umzugehen...er verstand mich nicht und ich ihn nicht. Aber oft verstanden wir uns doch...denn eigentlich haben wir nur nebeneinander her gesprochen....ich habe dann Worte benutzt, die er für sich anders verstanden hat und umgekehrt....

Aber die letzten zwei jahre, waren ziemlich entspannend zwischen uns...wir haben uns zwar nicht gesehen...aber wenn wir uns gesprochen haben...haben wir liebevoll ohne uns über den anderen zu ärgern miteinander diskutiert.

In den letzten Tagen habe ich oft nachgedacht....und ich bin froh drum...