Dieser Eintrag, gilt für alle die sich angesprochen fühlen möchten, und jene die sich angesprochen fühlen...ich übernehme keine Haftung für entstehende Gefühle;)
Es war ein Tag wie jeder andere...ich hatte meinen ersten Arbeitstag in einer Förderschule. Ich freute mich auf diesen Tag, denn hier würde der Grundstein meiner Ausbildung gelegt. Ich wurde darauf vorbereitet, dass es nicht leicht sein würde mit schwerstbehinderten Kinder zu arbeiten, aber ich fühlte mich dem gewachsen und nahm die Herausforderung an. Mit Basalen Kindern zu arbeiten.
Jeder der schon einmal intensiv mit Kindern MB gearbeitet hat, weiss denke ich..was dort auf mich zugekommen ist.
Diese Kinder waren im 1 Schulbesuchsjahr. Sie waren im Alter zwischen 7 und 12 Jahren. Sie trugen alle Windeln, allen wurde das Essen angereicht, und ihre Beeinträchtigungen waren alle unterschiedlich. (Schwerstbehindert)
Mein Schlüsselerlebniss hatte ich mit einem 11 Jährigen Jungen...(möchte ich nicht erwähnen, welche Art der Behinderung er hat)
Der kleine Mann, konnte nicht sprechen, er trug eine Brille,und liebte es in seinem Stehrolli das Klassenzimmer leer zu fegen. Ich sagte ihm immer, dass er bitte nicht im Klassenzimmer Autoscooter fahren sollte. Da zeigte er mir einen Vogel...
Wenn ich ihm das essen anreichte, wollte er meine Hilfe nicht. Er konnte den Löffel zwar gut in der Hand halten, aber er fand seinen Mund nicht. Er lachte aber dann und zog an meiner Hand und schaute auf seinen Nachtisch.
Ich half ihm also, seinen Nachtisch zu essen. Während des Essens, kuschelte er mich. Er legte seinen Kopf auf meinen Arm und schaute mich an.
Dieser kleine Mann, hatte im Sturm mein Herz erobert.
Auch wenn ich immer hinter ihm her rennen musste, weil er sich mit seinem Rollstuhl aus dem Staub gemacht hat und schnell in den Aufzug fuhr und dort knöpfe drückte.
Jedes mal kam ich immer erst am Aufzug an, wenn die Türe zuging und er lachte.
Na warte dachte ich, und drückte den Knopf "Tür auf"
Er brummelte wenn ich ihn wieder aus dem Aufzug holte.(es war eben seine Eigenart)
Manchmal jedoch Begleitete ich ihn(es ging aber nicht immer, Arzt besuche, therapeuten ect)...ich schaute wohin er wollte. Ja er wollte sich seine Schule ansehen, das machen alle Kinder.
Oder er wollte dorthin, wo laute Musik zu hören war. Er sass dann in seinem Rollstuhl, lächelte zufrieden und tanzte mit seinen Händen.
Und wenn ich ihm dann sagte " soooo nun müssen wir zwei wieder lernen, zog er mich zu sich und küsste mich und rieb seine Wange an meiner"
Warum ich hier diese Geschichte über meinen Kleinen Mann schreibe?
Ganz Einfach...
Die Mutter vom kleinen Mann, war eine sehr glückliche Mutter. Sie nahm mich in die Arme und sagte..."Mein kleiner Mann wäre nicht der Kleiner Mann, wenn er nicht so wäre wie er wäre"
Ja!!!
Nun gibt es aber auch Menschen die aus Kindern, die so wie sie sind,Kinder mit Behinderungen machen, weil sie nicht in das eigene Weltbild passen.
Ich begleitete nicht nur die Kinder in ihrem Alltag, sondern auch die Eltern. Viele Eltern waren verzweifeld, fühlten sich überfordert.
Eines Tages sagte eine Mutter zu mir...hätte mein Kind nicht einfach Adhs haben können?Dann wäre sie nämlich "normal"
Komischer Weise mussten wir beide darüber lächeln...Sarkastisch..nein...wieso???
Adhs ist doch inzwischen die beliebteste Diagnose, für Kinder die sich nicht Konzentrieren können, lebhafter sind, als die Norm ( die Norm wird ja immer schön per studie festgelegt)Sie bekommen dann einfach RITALIN und gut ist!
Und das Wort "Normal"? ist es nicht traurig, das Menschen mit Behinderungen, nicht "normal" sind? für die Augen der Gesellschaft?
Nach meiner Ersten Woche, in der ich dort gearbeitet habe, kam ich nach Hause und drückte meine Kinder weinend feste an mich.
Sie fragten "mama wieso weinst du"
und ich sagte..."weil ich euch einfach sehr sehr Lieb habe...und nun kreischen und toben wir und verhalten uns so als hätten wir ADHS"
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Hab Dein Blog ganz zufällig "erstöbert". Und erwisch dann gleich diesen Artikel.
AntwortenLöschenIch komme wieder, wenn ich darf.
Viele Grüße
Elisabeth